47 % kürzere Operationszeiten

Trigeminusneuralgie (TN) ist eine neurologische Störung, die durch starke, stechende Schmerzen entlang des Trigeminusnervs gekennzeichnet ist und typischerweise eine Gesichtshälfte betrifft. Die mikrovaskuläre Dekompression (MVD) ist die führende chirurgische Behandlungsmethode, wenn Medikamente versagen, und bietet dauerhafte Linderung.

 

Eine neue Studie, durchgeführt am IRCCS Humanitas Research Hospital in Mailand, Italien, zeigt, wie das RoboticScope den MVD-Eingriff verbessern kann. Die Chirurg:innen erzielten bemerkenswerte Ergebnisse, darunter eine Verkürzung der Operationszeit um 47 %, bessere ergonomische Bedingungen für das OP-Team und eine nahtlose Integration der endoskopischen Bildgebung. Diese Fortschritte zeigen erneut das Potenzial des RoboticScope, Arbeitsabläufe zu optimieren. 

Ein gemeinsames Projekt

Die Studie wurde von dem renommierten Team um Dr. Zefferino Rossini aus der Neurochirurgie-Abteilung des IRCCS Humanitas Research Hospital geleitet. Die Expertise und Zusammenarbeit zeigen das Potenzial der Integration robotischer Systeme in die routinemäßige neurochirurgische Praxis.

Warum traditionelle Methoden Innovation benötigen

Seit Jahren wird die MVD-Chirurgie mit Operationsmikroskopen (OM) durchgeführt, die Herausforderungen wie ergonomische Belastung für Chirurg:innen und eingeschränkte Sicht in tiefen Operationsfeldern mit sich bringen. Der Einsatz von Endoskopen hat die Visualisierung in einigen Fällen verbessert, jedoch unterstützen diese Systeme entweder das OM oder ersetzen es vollständig, ohne eine nahtlose Kombination beider Perspektiven zu ermöglichen. 

Das RoboticScope löst diese Probleme durch die Kombination hochauflösender 3D-Visualisierung mit roboterunterstützter Präzision und verbesserter Ergonomie. In der Studie wurde die VideoIn-Funktion des RoboticScope genutzt, um die endoskopischen Ansichten direkt in das Head-Mounted Display (HMD) zu übertragen. Dies ermöglichte den Chirurg:innen, sowohl das mikrochirurgische Feld als auch die endoskopischen Bilder gleichzeitig zu betrachten oder zwischen ihnen umzuschalten. 

Einblick in die Studie

Zwischen September 2023 und März 2024 wurden neun Patient:innen mit Trigeminusneuralgie einer mikrovaskulären Dekompression (MVD) mit dem RoboticScope unterzogen. Die Operationen folgten dem klassischen mini-retrosigmoidalen Ansatz, einer bewährten Methode, um den Trigeminusnerv zugänglich zu machen. Es wurden umfassende Daten zu Patient:innendemografie, Operationszeiten, ergonomischen Bewertungen und klinischen Ergebnissen gesammelt. Die Schmerzintensität wurde sowohl vor als auch einen Monat nach der Operation sorgfältig gemessen, um die Wirksamkeit der Behandlung zu beurteilen. 

Wichtige Ergebnisse der Studie

Die Studie zeigte mehrere bemerkenswerte Vorteile des RoboticScope bei MVD-Verfahren.

Diese Ergebnisse unterstreichen die Fähigkeit des RoboticScope, den chirurgischen Ablauf zu optimieren, die Operationszeiten erheblich zu verkürzen und die Effizienz der Chirurgen zu verbessern. Durch die nahtlose Integration fortschrittlicher Visualisierung und ergonomischer Vorteile stellt das RoboticScope eine Schlüsselinnovation dar, die sowohl die chirurgische Präzision als auch den gesamten Arbeitsablauf bei MVD-Verfahren verbessert. 

Das ganze Paper ist hier.

Rossini, Z., Tropeano, M. P., Franzini, A., Bresciani, E., Doneddu, P. E., Pensato, U., & Pessina, F. (2024). Microvascular decompression in trigeminal neuralgia using a robot-assisted exoscope and head-mounted display. Neurosurgical Focus, 57(6), E9. https://doi.org/10.3171/2024.9.FOCUS24373